- 1. Bewertung in 30 Sekunden
- 2. Am leichtesten nachvollziehbar: DD-typische Laufruhe
- 3. Sein eigentlicher Charakter liegt darin, wie er Vibrationen nutzt
- 4. In ACC zeigen sich Stärken und Schwächen zugleich
- 5. Mit passenden Einstellungen legt er deutlich zu
- 6. Gegenüber T300 und T-GT II: ein neuer Realismus
- 7. Für wen er geeignet ist
- 8. Für wen er nicht geeignet ist
- 9. Fazit
- 10. Als Nächstes lesen
Bewertung in 30 Sekunden
Der Thrustmaster T598 ist in meinem Kanal-Kontext nicht einfach nur ein „günstiges DD“-System. Allein nach dem Drehmomentwert wirkt er zwar eher zurückhaltend, aber daran entscheidet sich die tatsächliche Bewertung nicht. Was in den Videos besonders klar hervorsticht, sind die Laufruhe beim Losdrehen, die geringe Reibung, der schnelle Drehmomentaufbau und die Vibrationsdarstellung einschließlich hoher Frequenzen. Der T598 ist also kein Lenkrad, das nur durch Gewicht punkten will, sondern eines, das darüber entscheidet, wie es Informationen zurückmeldet.
Das ist allerdings kein uneingeschränktes Lob. Im Kontext von Rennwagen wie in ACC gibt es Situationen, in denen ich mir etwas mehr Drehmoment wünsche; außerdem wird sehr deutlich, wie stark der Eindruck von den Ingame-Einstellungen abhängt. Passen die Einstellungen dagegen – oder betrachtet man ihn eher mit Straßenwagen im Hinterkopf –, entsteht ein ausgesprochen neuer Realismus. Der T598 ist damit ein Gerät der neuen Generation, das man über das Datenblatt nicht versteht, das aber sehr treffen kann, wenn es zum eigenen Einsatz passt.
Wenn du die Optionen breiter einordnen möchtest, sieh dir auch den Thrustmaster T-GT II Test: Der stärkste Riemenantrieb, in GT7 schneller als der DD1 und meinen Assetto Corsa EVO Test: Reifenmodell, GT7-Vergleich und Chancen einer PS5-Version an.
Am leichtesten nachvollziehbar: DD-typische Laufruhe
Das Erste, was in den Videos zum T598 auffällt, ist die Natürlichkeit beim Einlenken. Das leicht raue Gefühl und die minimale Reibung, die ich bei klassischen Riemenantrieben wie T300 und T-GT II wahrnehme, sind deutlich schwächer ausgeprägt. Die geschmeidige Bewegung genau in dem Moment, in dem man das Lenkrad zu drehen beginnt, wird sehr positiv bewertet.
Auch auf diesem Kanal beschreibe ich den T598 als „ohne Reibungsgefühl“ und als „extrem geschmeidig beim Losdrehen“. Genau das ist zunächst der wahrnehmbare Unterschied zu den bisherigen Modellen. Er ist nicht spektakulär schwer, doch Richtungswechsel und Reaktion um die Mittellage sind sauber – das Gefühl eines Umstiegs auf Direct Drive stellt sich schnell ein. Der T598 ist also ein Gerät, bei dem der Unterschied schon in der ersten Lenkradumdrehung greifbar wird.
Auch die Weiterentwicklung rund um den Quick Release ist unauffällig, aber wichtig. Gegenüber älteren Thrustmaster-Modellen ist der Lenkradwechsel weniger umständlich, und auch im praktischen Betrieb wirkt alles deutlich moderner. Daran merkt man ebenfalls, dass der T598 nicht bloß eine günstige Variante ist, sondern ein Produkt, das die gesamte Baureihe weiterentwickeln soll.
Sein eigentlicher Charakter liegt darin, wie er Vibrationen nutzt
Der entscheidende Punkt, der den T598 von anderen Lenkrädern unterscheidet, ist nicht nur das Drehmoment, sondern die Art, wie er Informationen einschließlich Vibrationen zurückgibt. Auf diesem Kanal sehe ich den T598 als „DD der nächsten Generation“: Statt den Realismus wie bisher allein mit Schwere zu erzeugen, liegt sein Wert darin, die feinen Vibrationen und die raue Straßenoberfläche moderner Autos mit Servolenkung zu vermitteln.
Das ist besonders interessant: Während frühere High-End-Geräte schwere Rennwagen ohne Servolenkung mit großer Gegenkraft nachbildeten, versucht der T598, die feinen Informationen zu erzeugen, die bei einem modernen Auto ständig im Lenkrad anliegen. Deshalb können 5 Nm auf dem Papier zu wenig wirken, während der Eindruck am Lenkrad durch die Informationsdichte ein anderer ist.
In GT7 und im Kontext von straßennäheren Fahrzeugen funktioniert diese Ausrichtung sehr gut. Unebenheiten, das Gefühl der Entlastung beim Abheben über Curbs und die zufällige Rauheit, die bei konstanter Last zurückkommt: Das wirkt nicht wie bloßes Rütteln, sondern wie „berechnete Vibrationen“.
In ACC zeigen sich Stärken und Schwächen zugleich
Spannend am T598 ist, dass sich die Bewertung mit dem Spiel verändert. In meinen ACC-Tests hinterließen Reaktionsgeschwindigkeit, die Natürlichkeit des Selbstlenkverhaltens und die gut nachvollziehbare Untersteuerneigung einen sehr guten Eindruck. Die Wechsel von links nach rechts sind schnell, und die Mittellage fühlt sich nicht träge an. Warum man hier von einer Lösung der nächsten Generation sprechen möchte, ist gut nachvollziehbar.
Gleichzeitig zeigt sich bei Rennwagen klar der Wunsch nach etwas mehr Drehmoment. Bei Straßenautos mag es reichen, aber bei einem Fahrzeug wie einem Porsche wünsche ich mir noch eine Stufe mehr Gegenkraft. Das ist eine Grenze des T598, die man nicht ignorieren kann.
Der T598 ist also kein Gerät, das alles mit roher Kraft überrollt. Treffender ist: Man sucht je nach Fahrzeug und Charakter des Spiels durch Feintuning nach dem Punkt, der sich gut anfühlt.
Mit passenden Einstellungen legt er deutlich zu
Ein zentraler Punkt in meinen Videos zum T598 ist, wie stark die Einstellungen den Eindruck verändern. Gerade in Assetto Corsa EVO stieg meine Bewertung nach dem Anwenden der offiziell empfohlenen Einstellungen deutlich an. Dort kommen Reaktionen wie „richtig gut“, „man hat das Gefühl, wirklich zu fahren“ und „der Beginn des Reifenschlupfs fühlt sich natürlich an“ auf.
Daran wird klar: Das Potenzial des T598 als Hardware ist hoch, doch das Software-Tuning ist sehr wichtig. Bei oberflächlichen Einstellungen fallen Leichtigkeit und ein möglicher Mangel zuerst auf; passen die Einstellungen, tritt der Realismus einschließlich der Vibrationen unmittelbar in den Vordergrund. Dieser Unterschied ist groß.
Den T598 allein anhand der Grundeinstellungen zu beurteilen, wäre deshalb riskant. Umgekehrt könnte sich die Faszination dieses Geräts Leuten, die keinerlei Einstellungen anfassen wollen, nicht einmal zur Hälfte erschließen.
Gegenüber T300 und T-GT II: ein neuer Realismus
Verglichen mit bisherigen Thrustmaster-Modellen verfolgt der T598 eine deutlich andere Richtung. Während der T300 oft über Laufruhe und Bedienbarkeit und der T-GT II über seine Ausgereiftheit für GT7 beschrieben werden, steht der T598 für Informationsdichte einschließlich hoher Frequenzen und DD-typische Schnelligkeit beim ersten Ansprechen.
Wer die vom Riemenantrieb stammende Rauheit des T-GT II oder das Feedback älterer Rigs mag, könnte den T598 etwas zu leicht und zu aufgeräumt empfinden. Gegenüber dem G923 ist die Qualitätsanmutung jedoch klar höher. Er besitzt nicht die Reserven eines G Pro, aber die Art, wie er Informationen in die Handflächen zurückgibt, ist sehr neu. Deshalb passt es besser, den T598 nicht als bloße Fortsetzung der bisherigen Modelle zu sehen, sondern als Thrustmasters eigene „nächste Antwort“.
Für wen er geeignet ist
Der T598 passt zunächst zu allen, die die schnelle Erstreaktion und Laufruhe eines DD-Systems zu einem möglichst realistischen Preis erleben wollen. Besonders für Spieler, die in GT7 oder straßennäheren Simulationen Informationsdichte und Natürlichkeit höher gewichten als pure Schwere, ist er sehr passend.
Auch wer gern Einstellungen optimiert, ist hier richtig. Der T598 zeigt seinen wahren Wert besonders dann, wenn die Einstellungen sitzen; es macht Spaß, ihn anhand offizieller Empfehlungen und Spielanpassungen fertig abzustimmen.
Für wen er nicht geeignet ist
Weniger geeignet ist er für alle, die vor allem sehr hohes Drehmoment und das wuchtige Gefühl eines Rennwagens suchen. Für diesen Zweck könnte sich der T598 zu leicht anfühlen.
Auch wer schon mit den Grundeinstellungen eine vollständig ausgereifte Lösung erwartet, wird ihn unterschiedlich beurteilen. Der T598 ist ein Gerät mit Potenzial – seine Stärken kommen nicht automatisch alle von selbst zum Vorschein.
Fazit
Der Thrustmaster T598 wird auf diesem Kanal nicht einfach als „extrem günstiges DD“ oder „Einsteiger-DD“ abgehandelt. Ich sehe ihn vielmehr als Lenkrad in einer neuen Richtung, das den Realismus einschließlich der Vibrationen erzeugen will. Sein geschmeidiges erstes Ansprechen, die feine Darstellung der Fahrbahn und die Art, wie er Curbs und Entlastung vermittelt, haben einen Reiz, der sich klar von bisherigen Geräten unterscheidet.
Gleichzeitig bleiben das begrenzte Drehmoment bei Rennwagen und die starke Abhängigkeit von den Einstellungen eindeutig bestehen. Der T598 ist deshalb kein für jeden unmittelbar verständliches stärkstes Gerät, sondern ein sehr interessantes Modell der neuen Generation für diejenigen, bei denen er passt. Mit seiner Natürlichkeit in GT7 und bei Straßenwagen sowie der Art, wie stark er mit passenden Einstellungen zulegen kann, könnte er den Maßstab künftig ein Stück verschieben.